30 Jahre Städtebauförderung

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2021 ist das Jubiläumsjahr 30 Jahre Städtebauförderung in Mecklenburg-Vorpommern und 50 Jahre Städtebauförderung bundesweit. Zu diesem Anlass stellen wir Objekte in der Altstadt und den Stadtgebieten der Hansestadt Stralsund vor, die durch die Unterstützung mit Städtebaufördermitteln realisiert werden konnten.

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Was erneuern? Haben sich die Stadtplaner vor 31 Jahren im Angesicht der bröckelnden und zugemauerten Häuser und Fassaden gefragt. Und haben einfach angefangen. Die kleine Stadt am Wasser mit dem Status als UNESCO Weltkulturerbe steht heute mit der eine Brücke schlagenden Rügenanbindung symbolisch für 31 Jahre gelungene Stadterneuerung in Stralsund. Das waren viele Baugruben und Baugerüste. Menschen liefen monatelang um Bauzäune herum, lauschten aus ihren Betten hinaus in den morgendlichen Baulärm auf den Straßen. Wo Haus für Haus in neuer Schönheit aus dem Dornröschenschlaf erwachte. Tiefgaragen und Spielplätze wurden neu gebaut, Straßen, Gassen, Wall- und Grünanlagen erneuert, die Stadtplätze in urbane Orte mit Lebensqualität verwandelt. Heute sind die vielen wieder aufgebauten Häuser, Höfe und Kemläden beliebtestes und auch jüngstes Wohnviertel der Stadt mit vielen neuen Nachbarschaften. Auch die Wohngebiete um die Altstadtinsel herum sind wertvolle Stadträume geworden oder entwickeln gerade ihre eigenen Strukturen und sind mindestens ebenso lebenswert, finden die Menschen, die hier ihr zu Hause haben. 30 Jahre Stadterneuerung Stralsund – damit ist noch längst nicht alles fertig. Aber diese Stadt ist wieder da und: Es lässt sich gut in ihr leben!

„Wussten Sie schon ...“

Vorwort von Alexander Badrow, Oberbürgermeister der Hansestadt Stralsund

Aschenputtel verwandelt sich im Märchen in eine Prinzessin. Stralsund hat seit 1990 eine ähnliche Metamorphose erlebt. Aus dem Schmuddelkind ist ein Schmuckstück geworden. Stein für Stein bauen wir eine Brücke von der Gegenwart und Zukunft in die Historie, als Stralsund noch Prinzessin der Hanse war: reich und schön und stolz. Doch es sind nicht nur die Bauten und Bastionen, die Kirchen und Klöster, die Märkte und Museen, die Tore und das Theater, der Hafen und die Häuser der Altstadt, die in neuem Glanz erstrahlen. Es sind auch die Schulen und Straßen, die Spielplätze und Sportanlagen aller anderen Stadtteile, die Stralsund zu dem machen, was es heute ist: ein Ort zum Wohlfühlen und Wurzeln schlagen. Das Beste daran: Es brauchte dazu weder Märchen noch Wunder. Es brauchte nur uns, die Menschen dieser Stadt. Sie allein haben all das möglich und sich auf den Weg gemacht: die Wagemutigen und Wildentschlossenen, die Großzügigen und die Geldbesorger, die Planer und Projektentwickler, die Bauleute und Baumliebhaber – sie alle haben ihren gemeinsamen Traum wahr werden lassen, so dass ein jeder es sehen kann. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann träumen sie noch morgen.

1990 - 2010 - 2015 - 2021: Die SES hält weiter Kurs

Referenzprojekte zum Jubiläum 30 Jahre Städtebauförderung

Alter Markt und Rathaus

Reich und Schön ... Reich und Schön ...

… sind diese Stralsunder. Das hat sich schon im 13. Jahrhundert unter den Hansestädten herumgesprochen. Denn ein Rathaus mit so einer Ratskirche - das muss eine Stadt sein mit reichen Kaufleuten voll edlem Sinn. Heute durchschreitet die Stralsunder Bürgerschaft die wieder hergestellten Ratssäle, mit prächtigen Gemälden und Gewölben und kunstvollen mittelalterlichen Innenraumgestaltungen. Hinter all dem versteckt sich nach einer beispiellosen Sanierungsmaßnahme ein moderner Verwaltungsbau. Das Erdgeschoss ist wieder ein „Kophus“, wie es sich die Bauherren des Mittelalters ausgedacht haben, eine überdachte Flaniermeile. Nur im Buttergang gibt’s heute keine Butter mehr. Unten drunter lässt der größte Gewölbekeller Nordeuropas bei Veranstaltungen und Märkten tief blicken.

Auch der Alte Markt hat sich herausgeputzt. Im Mittelalter ein großer Misthaufen, im Krieg Löschwasserteich und bis vor ein paar Jahren Parkplatz, ist er heute der schönste Platz der Stadt. Vom Barock-Palais bis zur DDR-Platte fügen sich die Gebäude ringsrum geschmeidig in eine Perlenkette rund um die neu gepflasterte Freifläche.

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Wie sich die Stralsunder in ihrer guten Stube benehmen, ist von den vielen Cafés und Restaurants aus zu beobachten: Blumen regnen da auf Brautpaare, Junggesellen fegen gespielt missmutig Kronkorken zusammen, wer etwas vorzutragen hat, demonstriert unter den Fenstern der just tagenden Bürgerschaft und die freche Fontäne des Springbrunnens spritzt pitschnass, wer ihr wagemutig zu nahekommt.

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Der Alte Markt bietet mit seinem Wasserspiel und den großzügigen gastronomischen Außenanlagen eine hohe Aufenthaltsqualität und wir von Stralsundern wie Besuchern gern angenommen. Hier kann man die Schönheit der historischen Altstadt in vollen Zügen genießen und auf sich wirken lassen.

Stadtraum Neuer Markt

Was gibt‘s Neues ... Was gibt‘s Neues ...

... ist hier zwei Mal in der Woche die große Frage. Der Neue Markt ist nicht nur Handelsplatz für regionale Produzenten. Hier gibt’s auch kostenlose Neuigkeiten. Und weil das hier schon immer so war, soll es auch so bleiben. Auch wenn der Neue Markt neu wird. Rings um den Platz herum gibt es die städtische Hauptpost, Restaurants, Cafés, Geschäfte, Hotels, ein russisches Ehrenmal, ein Toilettenhäuschen mit Kultstatus und die mächtige Marienkirche – Eckpunkte für die geplante Neugestaltung des ansonsten größten Parkplatzes der Stadt. Gewonnen hat den Architektur-Wettbewerb der dänische Landschaftsplaner Bertel Bruun mit seinem Hamburger Büro.

In seinem Entwurf verschwinden Straßen und Parkplätze, Sandsteinblöcke und Kleinpflaster nehmen das typische Stralsunder Straßenpflaster auf, das Toilettenhäuschen bleibt WC und wird Café, der Park um die Kirche herum wächst über weite Teile des Platzes und das sowjetische Ehrenmal wird so geschickt umbaut, dass der Zugang zur Marienkirche über den Seiteneingang nach fast 80 Jahren wieder möglich sein wird. Wenn der Neue Markt eines Tages wirklich so aussieht, könnte er dem Alten Markt durchaus Konkurrenz machen. Und wer sich dann nicht entscheiden kann, welcher schöner ist, läuft eben hin und her, immer durch die Einkaufsstraße. Die Ladenbesitzer wird es freuen.

Stralsunder Klöster

Johanniskloster Johanniskloster

Mönch und Nonne gibt es in den Stralsunder Klöstern heute nur noch auf den Dächern. Ansonsten leben die Menschen hier nach ausgesprochen geselligen Kloster-Regeln. Anders als die der Mönche oder Nonnen, die zur Entstehung der Stralsunder Klöster beigetragen haben. Franziskaner zum Beispiel liebten es, arm zu sein. Und erleichterten die Gewissen reicher Bürger, die Angst um ihr Seelenheil hatten und befürchteten, in der Hölle schmoren zu müssen. Aus ihren Spenden wuchs das Stralsunder Johanniskloster mit einer imposanten Basilika. Entlang der angrenzenden Stadtmauer wucherten kleine Lehmkaten für die von der Gesellschaft an den Rand Gedrängten.

Von der imposanten Johanniskirche stehen nur noch die Außenmauern, aber Kreuzgang und Kapitelsaal der Bettelmönche werden saniert und sind bald wieder Adresse des Stralsunder Stadt-Archivs.

Heilgeistkloster Heilgeistkloster

Das Kloster zum heiligen Geist dagegen war weniger Kloster als vielmehr städtisches Spital und Pflegeinrichtung. In den kleinen Zellen im Kirchgang lebten auf zwei Etagen Tür an Tür Alte und Bedürftige, die mit ihren Vermögen hier einziehen konnten. Von der imposanten Johanniskirche stehen nur noch die Außenmauern, aber Kreuzgang und Kapitelsaal der Bettelmönche werden saniert und sind bald wieder Adresse des Stralsunder Stadt-Archivs.

Die beiden Klosteranlagen mit den Mini-Fachwerkhäuschen und den Kleinstwohnungen im Kirchgang gehören zu den beliebtesten Wohnanlagen der Stralsunder Altstadt. Denn die Stralsunder waren dem aktuellen Trend der Tiny-Häuser um Jahrhunderte voraus.

Ossenreyerstraße

Olthoffsches Palais | Weltkulturerbe-Ausstellung Olthoffsches Palais | Weltkulturerbe-Ausstellung

Ins Städtchen gehen heißt in Stralsund, sich durch die Ossenreyerstraße treiben zu lassen. Die Einkaufsstraße, benannt nach einer alten Stralsunder Kaufmannsfamilie, schlängelt sich vom Alten Markt zum Neuen Markt durch die historische Altstadt.

Angefangen mit der Nummer Eins, dem „Olthofschen Palais“, einem Barock-Palais, das es in sich hat. Die Adresse für alles, was mit Stralsund als UNESCO Welterbe zu tun hat. Und einer Sensation im Obergeschoss: der Hackert´sche Tapetensaal - wiederentdeckt, restauriert, ein Mal in der Woche darf vorsichtig geguckt werden.

Quartier 17 Quartier 17

Richtig Geld ausgeben lässt sich ein Stück weiter. Mit einem Wohn- und Geschäftsneubau konnte eine kriegsbedingte Lücke in der Einkaufsmeile geschlossen werden. Die kleinteilige Außen-Fassade imitiert typische Stralsunder Geschäftshäuser und nimmt so die umgebende Architektur auf. Auf 18tausend Quadratmetern sind hier Ladenflächen, Büros, Arztpraxen und Wohnungen entstanden. Besucher der Stadt tauchen bequem über die Fahrstühle direkt aus der Tiefgarage in das städtische Leben ein. Geschäfte, Läden, Kaufhäuser und Cafés locken Einheimische und Touristen in die historische Altstadt. Fast 20 Häuser in der Ossenreyerstraße stehen übrigens unter Denkmalschutz. Es lohnt sich also, nicht nur die Angebote in den Schaufenstern zu inspizieren, sondern auch ab und zu den Blick zu heben.

Kulturkirche St. Jakobi: Kirchenschiff und Orgel

Glanz und Gloria ... Glanz und Gloria ...

Mit ihren schlappen 700 Jahren ist die Jakobikirche die jüngste und auch die kleinste der drei großen Stralsunder Stadtkirchen. Errichtet als sicherer Hort für erschöpfte Pilger und heimatlose Seeleute, hatte die Backstein-Basilika in den sieben Jahrhunderten aber immer wieder mit Kulturbanausen zu tun. 30 Kanonenkugeln landete Wallenstein im Kirchenschiff, 40 Treffer hatte sie im Nordischen Krieg zu verkraften, drei Mal schlug der Blitz ein. Sie wurde belagert, geplündert und verwüstet, zuletzt durch einen Bombentreffer. Am Ende war sie Lagerhalle für das ZENTRUM Warenhaus und Garage für den Fuhrpark des städtischen Bauhofes. Gar nicht so leicht, einen Ort der Schönheit aus ihr zu machen.

Glanz und Gloria: Mit der Kulturkirche und dem Gustav-Adolf-Saal hat Stralsund jetzt einen einzigartigen Ort für hochkarätige Kultur im Zentrum des UNESCO Weltkulturerbes. Das große, von Säulen getragene, Langschiff mit gekalkten Mauern und temperierbarem Boden ist Kunsthalle und Bühne für Konzerte und Vorträge, Ausstellungen, Theater, Kino und Festveranstaltungen. Auch Stralsunder Kulturvereine entern die Bühne. Und seit die große Konzertorgel wieder erklingt, ist Stralsund mit drei restaurierten Orgeln als „Baltisches Orgelzentrum“ auch Anziehungspunkt für namhafte Organisten und Organistinnen aus der ganzen Welt.

Bürgerhäuser: Leben im Welterbe

Denkmal werden … Denkmal werden …

In Stralsund geht auch das. Viele privat Bauende haben in Stralsund altersschwache Stadthäuser saniert. Mal war es nur eine Haustür oder ein Treppengeländer, mal aber ein Kemladen oder ein Handwerkerhaus und oft ein ganzer großer Bürgerstolz mit Renaissance-Fassade. Sie alle haben sich mit persönlichem Einsatz in das steinerne Gedächtnis dieser Stadt eingeschrieben. Ohne sie wäre Stralsund nur halb so schön, wie es jetzt ist. Sie haben mit Restauratoren und Denkmalpflegern verhandelt, mittelalterliche Mauern trockengelegt, alte Tapeten gerettet, Farbschichten abgekratzt, Hölzer entwurmt, Stuck saniert und vielleicht auch mal verzweifelt den größten Fehler ihres Lebens bereut. Allen gilt unser Dank und unsere Unterstützung. Denn sie haben nicht nur Steine und Balken gerettet, Haustüren und Treppen, sondern auch an die vergessenen Leben und Schicksale der früheren Besitzer erinnert. Hinter kleinteiligen Fensterfassaden sind großzügige Wohnungen, Büros, Läden und Arztpraxen entstanden. Mit kleinen Cafés und Restaurants, hübschen Läden mit besonderen Angeboten ist mehr Lebensqualität in die Stadt eingezogen. Und es lässt sich auch behaglich darin wohnen und die Türen öffnen, um Menschen von draußen zu zeigen, wie schön es sein kann, in so einem selbst geschaffenen Denkmal zu leben.

Nördliche Hafeninsel

Schiffe gucken ... Schiffe gucken ...

Auch wenn es nur Segelbötchen sind – wer von Fernweh geplagt wird, sieht ihnen sehnsüchtig hinterher. Denn von hier aus geht’s hinaus über den Sund in die Ostsee und weiter auf große Fahrt auf alle Meere und Ozeane. Von der Hafeninsel aus öffnet sich der Blick über den Tellerrand auf die ganze Welt, selbst wenn auf der anderen Seite erstmal nur Rügen zu sehen ist. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Hafeninsel für den wachsenden Bedarf an Liegeplätzen für große Handelsschiffe künstlich vor der Stadt aufgeschüttet. Heute ist sie Umschlagplatz für Fischbrötchen und ihre Anker werfende Touristen.

Die Stralsunder lieben ihre Wasserkante. Deshalb und auch weil die alte nicht mehr lange halten würde, wird sie die nächste große Baustelle. Die Neugestaltung öffnet die Stadt zum Wasser, so dass die historische Altstadt, die großen Speicher, das Ozeaneum und der museale Großsegler „Gorch Fock“ fußläufig zu einer Stadt zusammenrücken. Hansakai, Ballastkiste und steinerne Fischbrücke bleiben der Ort für Hafen-Feste und Hanse-Tage. Eine große Freifläche mit neuem Straßenpflaster und bequemen Sitzflächen. Zum Schiffe gucken.

Bastionen | Stadtmauer | Tore

Feste Burg ... Feste Burg ...

Sie hätte das alles gar nicht gebraucht, aber die kleine Stadt am Sund hat einfach immer Begehrlichkeiten geweckt. Dauernd mussten die liebenswerten Stralsunder sich gegen angriffslustige Übermachten zur Wehr setzen. Was blieb ihnen übrig, als Stralsund in eine uneinnehmbare Festung zu verwandeln. Mit zehn Toren, 14 Bastionen, Teichen und Wallanlagen. Heute überfallen noch gerade Touristen die Stadt, aber die werden freundlich hereingebeten. Und überhaupt hat der friedliche Stralsunder es gar nicht nötig, sich so einzumauern. Kanonen schießen nur noch zur Abschreckung bei einigen Stadtfesten. Und die beiden letzte Stadttore und Reste der Stadtmauer wurden restauriert oder originalgetreu nachgebaut, mit Turm und Wehrgängen und obligatorischer Mittelalter-Schänke.

Die Bastionen sind längst Verkehrsknotenpunkte zu den Vorstädten oder Grünanlagen mit Kinderspielplätzen. Die schönste Verwandlung haben die Wallanlagen und Teiche vor der Stadtmauer erlebt. Vom königlich preußischen Hofgartendirektor Ferdinand Jühlke wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts zu Parkanlagen umgestaltet und jetzt nach seinen Plänen gartendenkmalpflegerisch saniert und die Teichränder befestigt. Auch die weißen Brücken machen ihrem Namen wieder strahlend alle Ehre. Und die Bänke auf der Insel im Knieperteich sind deshalb Lieblingsplätze für einen Plausch mit Fröschen und Enten.

Theater

Vorhang auf ... Vorhang auf ...

Nicht umsonst steht es da draußen vor der Stadt. Die Stralsunder haben ihr neues Schauspielhaus im Jahr 1916 wie der Bayreuther Opernkönig auf einem grünen Hügel errichtet, nachdem einige frühere Gebäude mitten in der Altstadt den Ansprüchen des Stralsunder Bürgerstolzes nicht mehr Genüge taten. Der Weg ins Theater sollte die Theaterbesucher zu innerer Einkehr bewegen, die Welt hinter sich lassend auf das bevorstehende Bühnengeschehen vorbereiten. 100 Jahre nach seiner Eröffnung wurde der von dem berühmten Theaterarchitekten Carl Moritz errichtete Musentempel von der Stadt Stralsund komplett saniert und der Originalzustand rekonstruiert. Seitdem strahlt es wieder in hellem Glanz, auf einer - durchaus auch begrünten - Verkehrsinsel, die der grüne Hügel in einem Jahrhundert geworden ist. Dass die hellen Mauern so anziehend glitzern können ist übrigens ein Trick: Der Fassadenputz enthält Glimmerteilchen. Und so liegt es da und blinkt wie ein Diamant. Und erweckt den Stralsunder Bürgerstolz. Das Theater Stralsund gehört mit den Theatern Greifswald und Putbus zum Theater-Verbund, dem Theater Vorpommern, das nordöstlichste vier-sparten-Theater Deutschlands.

Stadtteilarbeit Stralsund

Gemeinschaft sein ... Gemeinschaft sein ...

In den Stralsunder Stadtteilzentren geben sich täglich Menschen aus allen Generationen und verschiedenen Kulturen die Klinke in die Hand. Und das soll auch so sein. In Knieper West und Grünhufe gibt es solche zentralen Anlaufstellen, ebenso wie in der Frankenvorstadt und der Tribseer Vorstadt. Überall da, wo nicht von alleine zusammengewachsen ist, was nachbarschaftlich schon lange zusammengehört. Die Stadtteilzentren bringen Anwohner zusammen. Jeder ist eingeladen, mitzumachen oder ein eigenes Projekt auf den Weg zu bringen, um damit für Alle die Lebensqualität im Stadtteil zu verbessern. Treffpunkt ZuverSICht im Stadtteilzentrum Knieper West zum Beispiel ist der Raum für Kaffeeklatsch, Tauschbörse und Spielnachmittage. Ebenso das Nachbarschaftszentrum in der Auferstehungskirche Grünhufe. Es gibt Kinonachmittage, Strickkurse, Hausaufgabenhilfen und ein deutsch-arabisches Sprachcafé. Die Jugend trifft sich jetzt in einem umgebauten Bauwagen und nicht mehr in der Bushaltestelle. Stadtteilfeste mit Musik und Tanz und Kinderzirkus sollen als neugewonnene Tradition Teil des gesellschaftlichen Lebens werden. Alles von den Menschen für die Menschen. Denn die haben in ihren Stadtteilen ein wichtiges Wörtchen mitzureden.

Grünhufe

Es grünt so grün, nicht nur, wenn Blüten blühen ... Es grünt so grün, nicht nur, wenn Blüten blühen ...

... damit hat alles angefangen: 1000 Bäume für Grünhufe. Gepflanzt in eine Betonwüste. Von Menschen, die es schöner haben wollten um sich herum. Die Bäume sind längst groß und viele Kinder, die damals fleißig mitgepflanzt haben, auch. Jetzt ist es ein Stadtgebiet mit Parkanlagen und Spielplätzen und Kunstwerken. Dabei war Grünhufe lange Zeit verlorener Außenposten und sozialer Brennpunkt der Stadt. Unzähligen helfenden Händen und vielen auch politischen Entscheidungen ist zu verdanken, dass Grünhufe eine Metamorphose zu einer lebendigen und bunten Wohngegend schafft. Das Soziale Zentrum „Wiesenblume“, die Grundschule „Ferdinand von Schill“ und das Montessori-Kinderhaus sind saniert und um wichtige Kapazitäten erweitert. Auch der IGS, der Integrativen Gesamtschule Grünthal mit neuem Anbau und Turnhalle sieht man den alten Plattenbau nicht mehr an. Ein Ort, an dem Kinder gerne lernen. Mit den Ideen der Einwohner und Einwohnerinnen sind ein Wohngebietspark mit Fitnesspfad und Skaterpark entstanden. Und auch das Wiesenfest war mal die Idee der Menschen aus Grünhufe. Einmal im Jahr wird gefeiert. Aus Tradition.

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Knieper West

Das Leben ist Spiel … Das Leben ist Spiel …

Gutes Wetter machen ist jetzt in Knieper West eine kinderleichte Sache. Denn auf dem neuen Spielplatz in der Leo-Tolstoi-Straße gibt es Regentropfen im Straßenpflaster und einen bunten Regenbogen. Mit einem seltenen Senkgarten zwischen den alten Linden ist hier auch ein wunderbares Biotop entstanden. Wetterwechsel können Kinder zwischen Wolken und Gewitter erhüpfen. Auch an drei anderen Plätzen in Knieper West sind Spielplätze entstanden. Denn Kinder gibt es hier viele, die jetzt den Bolzplatz, Spielturm mit Rutsche und Schaukel, Karussell, Trampolin und Klettergerüste erobern.

Auch an Bänke für die Zuschauer wurde gedacht. Mitten auf dem Ventspilsplatz steht jetzt eine junge Eiche, die genug Platz hat, um in die Jahre zu kommen. Wildnis wächst dagegen hinter den Neubaublöcken auf der Grünen Farm in Knieper West. Und das soll auch so sein. Denn die Grüne Farm ist ein 8tausend m2 großer Gemeinschaftsgarten. Einwohner bringen hier mit Unterstützung des Stadtteilzentrums Knieper West ihre Ideen ein, mit Lehmbackofen und Bienenhaus. Denn Kinder wird es immer geben. Für den Zuwachs macht sich Stralsund bereit: Saniert wird aktuell die Juri-Gagarin- Grundschule, mit neuer Turnhalle und gestaltetem Schulhof.

Frankenvorstadt

Wer spuckt denn da ? … Wer spuckt denn da ? …

Die Hände in die breiten Hüften gestützt, Lockenwickel auf dem Kopf, so steht sie da die Frau, vom Brunnen „Herr und Frau Franke“ und sprudelt zu ihrem Herrn Franke hinüber, ein fröhlicher Wasserstrahl schießt aus ihrem Mund und plätschert in ein kleines Becken. Der Brunnen ist Kunst im öffentlichen Raum auf dem Frankendamm, der so viel Lebensfreude und Milieuschutz gut gebrauchen kann. Die Frankenvorstadt hat sich rausgemacht. Viele Häuser dieser wichtigen Zufahrtsstraße in die Altstadt sind in den vergangenen Jahren saniert worden und säumen eine Platanenallee. Der breite Frankendamm wurde für die Anwohner verkehrsberuhigt und Nebenstraßen erneuert. In dem Stadtgebiet ist nach langer Tristesse wieder Leben eingezogen. Ausgezogen sind aber viele Mieter der dahinterliegenden Reiferbahn. Hier musste eine Wohnsiedlung abgerissen werden, die in der Nachkriegszeit dringende Wohnungsnot lindern sollte. Neubauten sind geplant. Für gehobene Ansprüche mit Hafenblick ebenso wie für die Menschen, die in ihrem gewohnten Lebensumfeld mit bezahlbaren Mieten bleiben wollen. Ein Stadtteilzentrum ermutigt die Bewohner zur Hilfe durch Selbsthilfe. Die Schule für dieses Einzugsgebiet ist der „Campus am Sund“ für Schüler und Schülerinnen von der Grundschule bis zum Abitur. Mit den sanierten historischen Gebäuden der Gerhart-Hauptmann-Grundschule, dem Goethe-Gymnasium und den Resten des ehemaligen Frankenkronwerks, die Reste einer preußischen Militäranlage, mit wunderbaren Räumen für die neue Mensa und Aufenthaltsbereiche. Spielen statt Marschieren!

Tribseer Vorstadt

"Hinterm Bahnhof" verstehen ... "Hinterm Bahnhof" verstehen ...

Die Tribseer Vorstadt beginnt nämlich hinter dem Bahnhof mit dem Tribseer Damm und den Wohnhäusern entlang dieser alten Einfahrtsstraße. Auch wenn man monatelang nicht durchkommt, am Ende wird das einladende Eingangstor der Stadt. Bagger und Umleitungsschilder werden in den kommenden Jahren in die durchlöcherten Nebenstraßen umziehen. „Sport Frei!“ heißt es bald wieder am Stadion an der Kupfermühle mit neuen Sport- und Trainingsanlagen - bestimmt auch für den sportlichen Nachwuchs der Tribseer Vorstadt in der Kita nebenan. Ein moderner Schul-Campus wird die frühere Salvador-Allende-Grundschule und die Hermann-Burmeister-Schule zusammenfassen, mit neu gestaltetem Schulhof. Die Tribseer Vorstadt soll ein grüner Stadtteil werden, in dem nicht nur Bäume und Pflanzen sondern auch neue Familien sozial verwurzeln und aufblühen. Das Begegnungszentrum der Luther-Auferstehungsgemeinde bietet den Platz für eine solche Großfamilie. Das Quartiersmanagement soll die Bewohner und Bewohnerinnen einladen, mitzumachen und mitzugestalten. Vorstadt- Mentalität - im schönsten Sinne.

Die Städtebauförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Ländern und Gemeinden.

Mit Hilfe von Städtebaufördermitteln werden städtebauliche und funktionelle Missstände in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten, Entwicklungsgebieten und abgegrenzten Fördergebieten (städtebauliche Gesamtmaßnahmen) mit dem Ziel beseitigt, Entwicklungsdefizite abzubauen und die Lebensbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Ansprechpartner
Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH
Telefon
03831 479 444